Technische Basteleien, Erfahrungen, Tipps und Tricks



Zuerst mal zu mir : Ich fahre leidenschaftlich gerne auf zwei Rädern. Jedes Motorrad hat seine Eigenheiten, seinen Charakter. Bevorzugt bewege ich mich auf Reiseenduros oder Hardenduros. Vor allem auf kräftigen Einzylindern oder Twins, die meiner Meinung nach schon allein vom Klang her am meisten Freude bereiten, und zudem handlicher und robuster sind.Daher habe ich meine meisten Kilometer auf den Strassen ( und auch daneben ) mit Enduros zurückgelegt.


Rückschläge :

Im Mai 2011 hatte ich leider einen Motorradunfall, an dem ich nicht Schuld war. Ich brach mir den Ellenbogen, habe mein Knie rechts zertümmert, erlitt Trümmerbüche in beiden Sprunggelneken und brach mir noch den Mittelfuß links, desweiteren prellte ich mir so ziehmlich Alles was man sich prellen kann ! Nach einigen Tagen im Krankenhaus begann es in mir zu arbeiten, werde ich wieder gesund ? Werde ich je wieder fahren ? Was wird mir an Folgen bleiben ? Wie geht Alles weiter ? Doch dann bekam ich regelmäßig Besuche von Freunden, Kollegen und Leuten die mir sehr nahe stehen und wichtig sind ... das baut auf, das gibt Mut, daraus schöpft man Kraft, man darf sich nur nicht hängen lassen. Nach bereits 8 Tagen konnte ich Rollstuhlfahren, nach 7 Wochen bereits mit Krücken wieder gehen. Die Unterstützung meiner Freunde und die Ziehle und Pläne die wir trotzdem gemeinsam schmideten gaben mir so viel Kraft, und so viel Vortrieb ! Ohne sie wäre ich heute sicher noch immer nicht richtig fit. Zwar ist dieser Unfall eine Sache, die einen zurückwirft, in Allem, und die man nie vergisst, und Etwas das man immer mit sich trägt und vielleicht auch spüren wird, aber das Leben ist zu schön, um sich damit aufzuhalten über solche Dinge nachzudenken ... Kopf hoch, und weitermachen so gut es geht, es gibt noch so viel zu entdecken, noch so viel zu erleben. Und wer solche Freunde hat, der kann alles bewältigen.
Danke euch Allen für eure Hilfe.

Ein neues Motorrad :

Es ist Zeit … meine treue BMW F 650 DAKAR musste in den letzten 17 Monaten 25000 Kilometer abspulen …. Und das tat Sie, ohne auch nur einmal zu streiken. Absolut zufrieden und begeistert von der Robustheit und Zuverlässigkeit meiner BMW war es allerdings schwer eine ebenbürtige Nachfolgerin zu finden … KTM ? Bekannt und in aller Munde als unverwüstlich und einfach, als Alltagsgerät einsetzbar und dennoch Wettbewerbstauglich ab Werk . Meine bisherigen KTM´s glänzten zwar durch Leistung im Überfluss, und perfekter Handlichkeit im Gelände, doch mal ganz ehrlich : Eine 2000 Kilometer Tour auf einer Kati ? Vibrationen, Laufunruhe bei Langstrecken, ständiges Durchschütteln aller Birnen und hoher Verbrauch ….. meiner Meinung doch eher was zum Rumheizen. Es sollte schon wieder ein Bayuvare sein, eine BMW. Als wurde der Lagerfeuerruf vieler Motorradtourender erhört: BMW bringt im März 2008 die F800 GS . 21 Zoll Vorderrad. Lange Federwege im perfekt abgestimmten Fahrwerk. Sehr gute Sitzposition. Keine unnötigen Verkleidungen. Kraftvoller und sparsamer 2 Zylinder Twin . Und nur um 8 Kilogramm schwerer als die Vorgängerin. Sie wirkt groß, bullig, hoch, aber Sie sieht dennoch nicht so schwerfällig aus wie die 1200 GS mit ihrem Boxermotor. Das Design ist modern, roh, pur und trotzdem anmutig. Den Eindruck vermittelnd, für Alles gewappnet zu sein. Die erste Probe fahrt bestätigte den Eindruck, den die Bilder hinterließen. Einfaches aber sicheres Handling. Kraftvoller Motor mit sehr guter Laufkultur. Die Sitzposition ist entspannt und doch ist man immer Herr über das Geschehen unter einem . Der Durchschnittsverbrauch ist um nur einen halben Liter höher im Gegensatz zur Vorgängerin, und das bei 35 PS mehr. Wieder zurück vergleiche ich die 800er mit ihrer kleinen Schwester, der neuen F 650 GS . Zwar hat diese den gleichen Motor, aber 14 PS weniger. Die Felgen sind Aluminiumguß, und das Vorderrad ein 19 Zöller. Die Sitzhöhe ist niedriger, und das Erscheinungsbild des Bikes sieht eher nach einer gutmütigen Einsteigermaschine aus, die nicht gebaut ist, um die Welt abseits befestigter Straßen zu entdecken .
Aber es gilt noch weitere Hersteller zu besichtigen.
Bei Honda nahm man die Trans Alp ersatzlos aus dem Programm. Yamahas Teneree´ erhielt ebenfalls keinen modernen Nachfolger … Suzuki ? Mit der DR BIG verlief sich wohl ihr Interesse an großen, robusten und langlebigen Reiseenduros … Dies scheint bei allen Herstellen Einzug zu halten, da die neuen Motorräder entweder reine Sportgeräte sind, oder verkleidete und unpraktisch ausgestattete Schiffe. Also doch zu KTM . SX ? EXC ? SMC ? EGS ? LC4 ? LC8 ? Wer kennt sich da noch aus ? Optisch sind die neuen Modelle nicht Jedermanns Geschmack . Wieder eine Supermoto ? Auf engen Bergpässen und geübter Fahrweise wohl unschlagbar, aber diese Art Motorrad ist eben auch nur dafür ausgelegt, Kurven fräsen an einem warmen Sommertag !Eine Enduro ? Wäre wohl die beste Alternative, aber gibt es doch relativ wenig Ausstattung ( kein ABS ) und fernreise- und wintertauglich scheint Sie auch nicht gerade, was wohl am kleinen Tank liegt … Eine Adventure LC8…Probefahrt … Die Maschine ist erstaunlich handlich und der Motor liefert mehr Leistung als ein Gelegenheitsfahrer beherrschen kann, aber selbst im neuen Kleid verbirgt sich doch KTM ´s Gedanke auf harten Touren im Jungel und in den Wüsten absolut überlegen zu sein ! Dies ist vielleicht auch so, doch diese Krone geht sehr zu lasten ihrer onroad Tauglichkeit ! Ducati ? Haben die schon jemals ein Motorrad gebaut für alle Zwecke und jedes Wetter ? Immer wieder fällt mir auf, das ich doch jedes Motorrad mit meiner alten, und der neuen BMW vergleiche … zudem ist doch bekannt, das in Sachen Zuverlässigkeit kein Globetrotter zu einer BMW nein sagen würde … ist es denn nicht der frühere Ruf und das Design der GUMMIKÜHE der viele zum schmunzeln bringt. Doch erkundigt man sich bei kuhreitenden Veteranen über Probleme oder Pannen seiner 17 jährigen, so erhält man immer ähnliche Antworten:
In den letzten 60000 Kilometern war nichts, außer mal eine Batterie oder Bremsbeläge glaube ich !
Zudem gelten doch heutzutage selbst bei ausgesprochenen Supersportpiloten die schweren GS Maschinen in den Bergen als beinah nicht einzuholen .
Mein Entschluss steht fest : Wieder eine BMW ! Wie sagte doch einst ein kluger Inder ? Lieber eine Kuh im Haus als den Esel auf der Strasse .

Jahreszeiten :

Nicht alle meine Motorräder sind das ganze Jahr angemeldet, so macht es doch wenig Sinn mit einer breit bereiften Sportmaschine bei einer Temperatur von -4 Grad auf leicht harschigem Schnee einen Ausflug zu wagen. Viele werden nun denken "bei solchen Temperaturen fährt man doch nicht mehr !", dem kann ich aber nur widersprechen. Auch klare kalte Winterluft und Sonnenschein haben ihren Reiz ! Wer schon einmal das Elefantentreffen im Bayerischenwald im Januar besuchte wird mir beipflichten, oder ernsthaft überlegen, die Scene der Zweiradfahrer gänzlich neu zu definieren in : NORMAL und WAHNSINNIG

Bekleidung :

WICHTIG ! Wer nicht frieren und gut geschützt unterwegs sein will sollte sich auch dementsprechend kleiden. Niemand wird sich daran stören, ob der Winterkombi modisch passend oder hochgeschwindigkeitstauglich ist ! Wichtig ist wasserdicht, winddicht, warm, ein mehrschichtiges ( Zwiebelsystem ) Thermosystem aus unterschiedlichen Materialien mit atmungsaktiven Membranen ist das Optimum an Isolierung, allerdings auch etwas teurer. Trotzdem möchte ich jedem ans Herz legen bei der Kleidung nicht zu sparen, sonst ist´s schnell vorbei mit Spaß. Die Protektoren sollten trotz der dicken Kleidung nicht vergessen werden, da man auf Eis und Schnee erstens genauso hart aufschlägt wie auf Asphalt, aber zweitens dafür umso weiter rutscht. :-)Hierzu bietet die Firma Rukka meiner Meinung nach ein sehr gutes Angebot. Robust und erprobt. Allerdings etwas teurer. www.Rukka.de Die Handschuhe sind ebenfalls sehr wichtig. Kalte Finger funktionieren nicht und haben kein Gefühl für Kupplung, Bremse und Gas ! Ich benutze meist Snowboard oder Polarhandschuhe, da diese zweckmäßig gut isolieren, Wasser abweisend sind, und vor allem nur ein Viertel von gleichwertigen "Motorradhandschuhen" kosten. Als Tipp : Leder meiden, ist SAUKALT

Helm :

Hierzu ist VIEL zu sagen. Wer viel fährt wird viel Wert auf Dichtheit und Geräuschkulisse legen, Antibeschlagvisier sowie waschbares Innenleben und integriertes Sonnenvisier. Ich persönlich bevorzuge Klapphelme, und fahre seit Jahren Schuberth Concept . Wer schon ein bereits erwähntes Antibeschlagvisier gefahren hat weiß um dessen Vorteile ! Sommer, nachts, leichter Regen setzt ein, die Luft kühlt rasch ab, aber das Visier bleibt frei ... im Herbst, wenn es richtig nasskalt ist, muss evtl. das Visier einen Spalt geöffnet werden, um durch zusätzlichen Luftzug ein Beschlagen zu verhindern. Dies ist bei der Firma Schuberth perfekt gelöst ! Das Visier wird nicht aufgeklappt, sondern einseitig, oder beidseitig nach VORNE geschoben, in eine weiter vom Visierbefestigungspunkt entfernte Rasterstellung, so das zwischen den Dichtungen Visier / Helm ein kleiner Spalt entsteht. Durch den zirkuliert dann die Luft ohne das der Fahrer einen Zug spürt, oder Wasser eindringt! Doch was im Winter ? Bei eisigen - 8 Grad ? Vergleich Frontscheibe : Warmluftgebläse ... Doch erstens gefriert die feuchte Atemluft am Visier, und eine Heißluftleitung vom Kühler oder Motor oder Auspuff in den Helm zu legen wäre sehr aufwendig, schier unmöglich ! Die elektrische Heckscheibenheizung bringt die Lösung ! Dieses System kann man auch auf sein Visier übertragen ! Anleitungen hierzu gibt es im Internet. Zwar gabt es Heizvisiere zu kaufen, aber der Preis ist meines Erachtens nach etwas zu hoch, und die Visiere wurden wegen mangelnder Nachfrage aus dem Programm genommen. Bei meinem ist Konstantandraht ( Heizdraht/Widerstandsdraht ) verlegt, und mit einem Spiralkabel mit der Bordsteckdose verbunden.


Reifen :

Die Reifen ............viel kann man reden, schreiben, lesen .... probieren ! Die Wahl des Reifens hängt vom Motorrad ab, wie von der Beanspruchung des Gummis ... Sportliche Fahrweise auf der Strasse braucht einen Reifen mit viel Grip und guter Laufkultur, wohingegen bei Vielfahrern die Laufleistung und der Verschleiß nicht außer Acht gelassen werden darf. Die wenigsten die ich kenne bewegen ihre Offroadfahrzeuge rein im Gelände, somit scheiden für mich spezielle Crossreifen aus. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei straffer Fahrweise ein Sandcrossreifen auf einer 640 LC 4 nur 500 km Strasse überlebt, um dann mit nur noch runden abgefahrenen Stollen im Gelände keinen Spaß mehr zu bieten. Aber auch hier bietet die Industrie sehr gute Mittelwege an. Gleichzeitig macht es keinen Sinn eine 150 PS starke Sportmaschine mit einem Allroundreifen zu bestücken, da diese meist bei hoher Geschwindigkeit unpräzise werden, und zudem die Leistung gar nicht richtig auf die Straße bringen . Für die kalte Jahreszeit gibt es wie beim Auto Reifen mit M + S Kennung !!! Über eine gesetzliche Pflicht für Motorradwinterreifen ist mir derzeit nichts bekannt, aber man denkt an seine eigene Sicherheit.

KTM 640 LC 4 :

Ich habe mit meinem besten Freund einen Tausch gemacht ! Er wollte mein Quad, dafür sollte ich seine KTM erhalten ... die Wertigkeit der Fahrzeuge hebt sich in etwa auf, aber so genau geht es bei uns nicht ... Grund für den Tausch : Familienzuwachs bei ihm, und das Eingeständnis seinerseits ein etwas unsicheres Gefühl auf dem Motorrad zu haben . Ich für meinen Teil hatte den Drang nach vier Rädern schnell ausgelebt, und ehrlich gesagt nie ein besonderes Talent mit dem Quad spektakulär umzugehen. Doch wie soll so ein Tausch von statten gehen ? Einfach tauschen ? Nein, eine besondere Note mussten wir dem Ganzen schon verpassen. Also beschlossen wir den Tausch am Osterfeuer unter genügend Einfluss von verhandlungserleichternden Substanzen durchzuführen. Somit bekam ich von ihm eine Supermoto, welche ich in den nassen und kalten Monaten auf Stollenreifen bewege .
Was mich an der Maschine von Anfang an störte war das Heck ! Ständig vibrierten die Blinkerbirnen durch, und auch das Rücklicht gab den Geist auf. Was folge war klar -- Umbau auf LED Heck .

Seesterne :

Fotos findet ihr unter Reisefotos


Im Jahr 2007 fielen meine Motorradtouren bedingt durch Operation und anschließendem Arbeitsplatzwechsel etwas bescheidener aus, der Urlaub dafür umso herzlicher und schöner. Wiedereinmal besuchte ich Freunde , die schon im Urlaub waren.
Kroatien


Die Anfahrt war weit, aber all die Mühen wert. Ca 1100 Kilometer Landstraße galt es an einem Tag zu meistern, wobei ich von schneebedeckten Bergen bis gefühlte 70 Grad in der Sonne optimale Wetterbedingungen hatte. Beim Abendessen erzählte ich ein wenig vom Erlebten, und irgendwann viel der Kommentar : " Für so a Gewaltstrecke schaugst du aber recht entspannt aus ! " Was macht man im Urlaub am Meer ? Richtig : BADEN ... Wir verbrachten viel Zeit am Wasser, wobei mich eine gute Freundin dann zu meinen ersten Schnorchelversuchen überreden konnte. Das erste Mal mit Flossen und Taucherbrille .... ich weiß ja nicht .... Doch als Fischer und Aquarianer begeisterte mich die Unterwasserwelt so sehr, dass alle Erwartungen schnell übertroffen wurden und ich mich sehr wohl als "Entdecker" fühlte. Mir wurde gesagt, ich sei mehrere Stunden am Stück im Wasser gewesen, was mir allerdings nicht so vorkam ... Euphorie machte sich bei mir nicht nur breit als ich mit einem Schwarm Meerbarben umherschwamm, auch als ich einen Seestern entdeckte war ich total aus dem Häuschen. Leider konnte ich ihn nicht wieder finden als ich ihn stolz den anderen zeigen wollte, und so lächelten sie, und schienen mir nicht wirklich zu glauben . Selbst heute noch entgegnet mir jene Freundin mit "ja ja" bei diesem Thema .... naja, bei Anderen auch ....Die Insel Pag auf der wir uns befanden bietet Landschaftlich kein Karibikfeeling, aber ist durchaus Erkundungsfahrten wert. Entspannung pur bot auch ein "fauler Tag" an dem wir nur Spiele machten, und ein wenig vor uns hindösten. Sehr begeistert waren wir auch vom Essen und vom Wein, was wir natürlich äußerst großzügig genossen, was uns in einem Lokal die Ehre einbrachte, dass auf Grund der stattlichen Rechnung alle Kellner zum Abschied Spalier standen. Die Heimreise trat ich schweren Herzens an. Die Freunde und einen wunderschönen Urlaubsort zurückzulassen fiel mir nicht leicht, den Himmel anscheinend veranlasste es mich mit Regen und Gewittern den ganzen Weg nach Hause zu begleiten. Eine Woche länger blieben die Freunde dort, und berichteten bereits am Telefon, das gute Wetter sei mit mir gegangen ... Als alle wieder im Lande waren, musste natürlich gefeiert werden ! Und wie besprochen nahmen sie eine Delikatesse mit nach Deutschland.